Bericht zur Fachexkursion des BWK-LV Sachsen zur Baustelle Hochwasserrückhaltebecken Niederpöbel am 28.05.2015

Dass ein funktionierender und sicherer Hochwasserrückhalt für die Unterlieger von entscheidender Bedeutung ist, haben die Hochwasserereignisse in Sachsen von 2013 und 2002, als der Damm eines Rückhaltebeckens oberhalb der Stadt Glashütte brach, gezeigt. Seit diesen Ereignissen wurde viel für den Hochwasserschutz getan, was nicht zuletzt am Bau von mehreren Hochwasserrückhaltebecken durch die Städte, Landkreise und den Freistaat Sachsen deutlich wird.

Am Nachmittag des 28. Mai waren über 40 Mitglieder und Gäste der Einladung der Bezirksgruppe Dresden des BWK-Landesverbandes Sachsen gefolgt, eines dieser im Bau befindlichen Absperrbauwerke oberhalb der Ortslage Niederpöbel im Osterzgebirge zu besichtigen.

Das Becken wurde im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen von der Arbeitsgemeinschaft G.U.B. Ingenieur AG, Zwickau / Inros Lackner SE, Dresden geplant. Mit Hilfe des 28 m hohen Dammes und eines Stauraumes von 1,2 Mio. m³ sollen die Hochwasserscheitel des Pöbelbaches aus dem ca. 12 km² großen Einzugsgebiet auf knapp 11 m³/s gekappt und so die Orte Niederpöbel sowie Schmiedeberg und Dippoldiswalde an der Roten Weißeritz vor Überflutungen geschützt werden.

Die sehr interessante Führung wurde vom Projektgruppenleiter Stauanlagen 2,  Herrn Hering, als Vertreter des Bauherren (Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Betrieb Oberes Elbtal) gestaltet. Er erläuterte den Teilnehmern das bisherige Baugeschehen, die Herausforderungen durch Bautechnik, Umweltschutz und früheren Bergbau sowie die besondere Planung, wonach die Staatsstraße 183 durch den Rückhalteraum und durch eine 9 m breite Schützöffnung im Damm geführt und nur bei Hochwasser (ggf. fernbedient) geschlossen werden wird.

Auf der von den Exkursionsteilnehmern besichtigten Baustelle (Bauoberleitung: Planungsgesell. Scholz und Lewis mbH, Dresden) sind zur Zeit die fertiggestellte Herdmauer und die vorbereitete Dammaufstandsfläche am linken Hang, das begonnene Massivbauwerk für die Straßendurchfahrt und den ökologisch durchgängigen Durchlass in Talmitte, die bauzeitliche Hochwasserumleitung, der fertiggestellte Fledermausstollen und die Baustelleneinrichtung zu sehen. Für die Hochwasserentlastungsanlage (Schussrinne am linken Hang), die vor einiger Zeit am Institut für Wasserbau und technische Hydromechanik der TU Dresden hydraulisch untersucht wurde, sind vorbereitende Arbeiten am linken Hang durchgeführt worden. Einige 100 m oberhalb im Stauraum des grünen Beckens wurde noch die Masseentnahmestelle mit Probeschüttungen besichtigt.

Die Bauarbeiten werden von der Firma Jaeger Spezial- und Tiefbau GmbH + Co KG sowie der Firma Stump Spezialtiefbau GmbH ausgeführt.

Das aktuelle Baugeschehen kann im Internet unter http://niederpoebel.interoffice.de/ in Wort und Bild verfolgt werden.

Technische Informationen finden sich unter http://www.inros-lackner.de/layout/set/print/inros_lackner_se/projekte/wasserbauten/hochwasserrueckhaltebecken_niederpoebel_dresden  .

Zum Abschluss der zweistündigen Baustellenführung dankte Herr Besser (Geschäftsführer des BWK-Landesverbandes Sachsen) dem Betrieb Oberes Elbtal der LTV für die Ermöglichung des Baustellenbesuches und insbesondere Herrn Hering für die detaillierten Erläuterungen zum Projekt und Baugeschehen.

Reinhard Pohl